Gruselgrotte der blutdurstigen Würste

War schön mit Euch, liebe Reflexsprüche

…, doch da ich mich dank euch anscheinend wie ein kaputter Plattenspieler anhöre, werde ich mir wohl weniger abgegratschte Worthülsen antrainieren und euch auf den Sprachmüll schmeißen. Vielleicht findet euch ja dort jemand, dem ihr nützlich sein könnt. Für mich ist bei euch die Luft raus wie aus ‘ner kaputten Gummipuppe.

Symbolfoto: Die Luft ist raus

Und jetzt … die Redensarten:

»Wuah Junge, aber echt ey.«
(Als Erwiderung auf Fakten, die so klar sind, dass man sie eigentlich nicht hätte aussprechen müssen.)

Diese nervensägende Phrase steht stellvertretend für eine Handvoll "Sinnlos im Weltraum"-Zitate, die ab und an noch immer witzig sind, mit deren Rezitation man es aber viel zu leicht übertreiben kann. Oder wie oder watt?

Die Nebenwirkungen des übermäßigen SIW- und LOTW-Konsums sind nicht erforscht, doch sie ähneln denen, die durch oft ausgestrahlte Reklame ausgelöst werden. Ich erinnere hier nur an die auch heute noch manchmal zu hörende Antwort: »Nein, mit Perwoll gewaschen!«

[Aussagesatz], Alter!
(Flapsige Verstärkung der Aussage. Und bestenfalls als Ironieversuch anzuraten, wenn man Alter auf seine Freundin bezieht.)

Ganz schlimm: Stylisch, Alter, Krass, Cool oder ähnliche pseudojugendliche Jargonbruchstücke. Deren deutsche Fassungen kommen gleich viel frischer daher. Dufte, geschmeidig oder hart zum Beispiel finde ich so derbe fett, da fliegen dir die Löffel weg!

Deine Mutter [ist so / tut diese Tat]!
(Kommt zum Einsatz, wenn es eine Aussage des Dialogpartners lächerlich zu machen gilt.)

Einer der nervigsten Pseudobeleidigungen, die man sich aneignen kann. Wunderlicherweise scheint dieser an sich hohle und in etwa 98 Prozent der Fälle ‘zum Spaß’ geäußerte Ausspruch sich nicht totzulaufen. Also gilt es, ihm auf die Beine zu helfen.

Verwandte Bemerkungen sind übrigens »Ja, aber frag mal nen Gesunden.«, und Träumt der Führer von.«

»Rasiert, Freunde!«
(Wenn etwas rasiert ist, Freunde.)

Bestimmt gibt es Menschen, die genau wissen, in welchem Teil "Jungen Debütantinnen" der Filmemacher Harry S. Morgan diese Worte sprach. Das sind genau die Leute, die wissen, aus welchem Color-Climax-Kurzfilm der Dialogschnippsel

»Ich steh auf dicke Schwänze.« – »Und ich auf enge Fotzen.«

stammt. Ich jedenfalls kann mich nicht an Titel oder römische Ziffern erinnern. Nur noch an diese drei kurzen Sätze.

Unter Umständen wird diese Liste mal fortgesetzt. Aber zur Zeit fallen mir keine weiteren Sprüche ein, über deren Benutzung meinerseits sich Freunde und Verwandte beschweren würden.

Mal abgesehen von den Schimpfwörtern wie Scheißendreck, spackig, bekackt oder fucking, die mir selbst schon lange derbe auf die Nüsse gehen, Alter.

Stichwortsuche via Delicious.com
» Artikel-Grabbeltisch «
(29. October 2007, 4:20) - Null Reaktion

Keine Reaktion » » »

Keine Reaktionen.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentare?

Blogbetreiber Henteaser sagt:
»Kommentare gebe ich erst frei, nachdem ich sie mir durchgelesen habe. Das ist zwar sowas von uncool und altbacken, aber schont meine Nerven.«