Gruselgrotte der blutdurstigen Würste

Rechte Arbeitsmarktpolitik

Zur Zeit stehen mehrere CDU-Wahlplakatwände in der Stadt, die einem genüsslich lächelnden Stanislaw Tillich den Ausspruch »Arbeitsplätze schafft man nicht mit links.« in den Mund legen. Nur frage ich mich, wo seine Dresdner CDU-ParteikollegInnen es geschafft haben, ihren (potentiellen) Wählern gutbezahlte Arbeitsplätze zuzuspielen, die es auch zu erhalten gilt.

Etwa bei Quimonda, dem verstorbenen global player eines Ex-Wachstumsmarktes?

Oder in der Tourismusbranche, obwohl irgendwann in naher Zukunft jede Person, die die 1:1-Nachbildungen berühmter Bauwerke sehen wollte, Dresden auch besucht haben wird?

Oder in der Baubranche, die derzeit fleißig krebsgeschwürig wachsende Einkaufszentren und zighundert Retorten-Supermarktfilialen in der Stadt verteilt, welche wiederum zigtausend staatlich bezuschusste Minijobs und Billiglohn-Arbeitsplätzchen nach sich ziehen?

Oder bei den Hausmeisterdienstleistern, welche mit strom- und benzingetriebenen Sonderfahrzeugen Laub jagen und Gänseblümchenwiesen zurechtstutzen, um die öffentliche Ordnung zu erhalten?

Oder bei Polizei, Sicherheitskräften und Staatsschutz denen nicht allein das übergroße Fußballstadion Arbeit schaffen wird, sondern auch einige Problemviertel (laut Udo Ulfkotte sind das Pieschen und Prohlis), in denen dank Wirtschaftskrise und Bananenregierungsstil soziale Unruhen drohen?

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(10. August 2009, 11:20) - 2 Reaktionen

2 Reaktionen » » »

Comment by randOM

Was hättest Du denn für Vorschläge? Aber bitte nicht solche Lufthosen wie Herr Steinmeier, der noch an Vollbeschäftigung glaubt.
Tourismus ist schon ‘ne gute Sache, grad bei so’ner schönen Stadt wie Dresden. Aber ansonsten weiß ich auch nicht so recht, wer die Arbeitsplätzchen backen soll. Sicher wäre viel getan, wenn die Politik mal dafür sorgte, dass die so genannten KMU, der so häufig zitierte und umworbene Mittelstand, leichter Jobs schaffen könnte, z.B. durch Bürokratiebbau, gezielte Förderung etc. Na und die “Zukunftstechnologien” sind sicher am Standort Dresden auch noch ausbaufähig.
Letztendlich gibt’s genug zu tun, nur die Lohnarbeit reicht halt nicht mehr für alle. Dahingehend sollte man sich mal was einfallen lassen.

Posted on August 12, 2009 at 12. August 2009, 13:24

Comment by henteaser

“nur die Lohnarbeit reicht halt nicht mehr für alle” – Eben das. Einer meiner binsenweisen Vorschläge: Wichtige, ethisch vertretbare(!) Arbeiten müssen gefördert und auch als förderungswert beworben werden.

Ich würde ja sagen, dass unser Wirtschaftssystem in den letzten Zügen liegt, aber die Alternativen nicht ernstgenommen bzw. als Populismus, Linksrutsch, etc. bezeichnet werden. Und wenn alles zusammenkracht, will’s keiner gewesen sein.

In Dresden sind die Symptome zu beobachten. Wer braucht schon Umwelt, Ruhezonen und Weitblick, wenn man schön mit in vergangenen Zeiten angehäuften Schätzen herumprahlen und den Rest der Stadt in einen Megamarkt umgestalten kann?

Oder was hat es zu bedeuten, wenn ‘unsere’ Stadtplaner Millionen rausballern dürfen, obwohl in der gleichen Stadt Menschen von Flaschenpfand und Discounterfraß leben?

Wie kann es sein, dass zwanzig Jahre nach dem Ende der ach so maroden DDR die Albertbrücke und das Blaue Wunder zerfallen?

(Neulich bemerkt: Bei den ‘neuen’ Straßenbahnen blättert innen die Farbe ab und es gibt Roststellen. Normaler Verschleiß oder kaputtgespart?)

Posted on August 12, 2009 at 12. August 2009, 21:46

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