Gruselgrotte der blutdurstigen Würste

Mord und Totschlag

Nur der Vollständigkeit halber als Nachwort auf eine Diskussion anderswo, die in die »Dresden hatte die Bomben verdient«-Richtung abdriftete und plötzlich stand ich da wie ein Verteidiger des Deutschtums, obwohl ich nur aus dem zur sogenannten Bombennacht passenden Wikipedia-Artikel zitiert habe.

Also: Wenn ich jemanden umbringe, weil er meine Verwandtschaft umbrachte, bin ich ein Mörder. Wenn ich jemanden umbringe, weil seine Mutter meine Verwandtschaft umbrachte, bin ich ein Mörder. Wenn ich jemanden umbringe, weil er die Mörder meiner Verwandtschaft nicht daran gehindert hat, bin ich ein Mörder.

Und wenn ich versuche, über Bande zu spielen, und ein Volk mittels Luftangriffen dazu bewegen möchte, doch bitte aufzugeben, anstatt die Strippenzieher direkt außer Gefecht zu setzen, bin ich selbst schuld daran, wenn mir dies Jahrzehnte später von Menschen vorgehalten wird, die damals noch nicht einmal geboren wurden.

Von der Instrumentalisierung durch einige Anti-/Deutsche ganz abgesehen, für die Menschenrechte nur gelten, wenn diese Menschen nicht gerade dem falschen Volksstamm (oder was sonst das hassenswerte Alleinstellungsmerkmal sein mag) angehören.

— –

»Auch nach heute gültigem humanitären Völkerrecht sind flächendeckende Bombardierungen ziviler oder Zivilisten unvertretbar betreffender Ziele eindeutig als Kriegsverbrechen zu werten, da nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges Flächenbombardements in den Genfer Abkommen 1949 umfassend neu geregelt und begrenzt wurden.«

(de.Wiki: Flächenbombardement)

Wobei ich als Philanthrop eigentlich kein verdammtes Wikipadia-Zitat bräuchte, um zu wissen, dass das Ermorden von Menschen immer falsch ist.

Denn Duckmäuser, resignierte Mitläufer, Opportunisten und waschechte Faschisten sind allesamt Opfer ihrer Gesellschaft, obwohl sie wie Täter wirken. Eine Bombardierung wiederum ist schwarze Pädagogik, die bestenfalls dazu führt, dass die überlebenden Täter|Opfer nun in eine andere Richtung duckmäusern, mitlaufen und Chancen nutzen.

Und was, wenn diese Richtung wieder die falsche ist; also zum Beispiel, wenn sich die Globalisierung als Schneeballsystem und Völkermörder entpuppt? Soll dann erneut heilsames Feuer vom Himmel auf die vermeintlichen Täter regnen und ihre Gedanken läutern? Vermutlich.

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(19. March 2010, 1:16) - 2 Reaktionen

2 Reaktionen » » »

Comment by randOM

Das Problem hab ich auch immer. Je nach meinem Gegnüber bin ich mal Nazi mal Linksradikaler. Kann man nichts machen. Wer kein geschlossenes Weltbild hat und versucht, Sachverhalte nüchtern zu sehen und von allen Seiten zu beleuchten, der ist immer der Dumme in der Diskussion mit jemandem, der ganz genau weiß, wie die Welt funktioniert…

Posted on March 22, 2010 at 22. March 2010, 13:59

Comment by henteaser

Es ist sowieso immer wieder beeindruckend, wenn man wie ein Troll behandelt wird, sobald man eine dieser Blogkomment-Stammbelegschaften auf Logiklücken in ihrem kruden Weltbild anspricht.

Ein Freund meinte neulich übrigens zu diesem Praxisbeispiel: “Antideutsch ist purste Verschwörungstheorie, weil: _ALLES_ was man als Deutscher macht – bis auf die paar aufgeklärten Antideutschen – soll den Holocaust vorbereiten. Vom Länderspiel über das Studium bis hin zum Autokauf, alles Judenhass. Auch schön: Rassistische Ideologie ablehnen, aber davon ausgehen, dass jeder Deutsche per Geburt schlecht ist.”

Posted on March 26, 2010 at 26. March 2010, 0:51

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Kommentare?

Blogbetreiber Henteaser sagt:
»Kommentare gebe ich erst frei, nachdem ich sie mir durchgelesen habe. Das ist zwar sowas von uncool und altbacken, aber schont meine Nerven.«