Gruselgrotte der blutdurstigen Würste

Kratzer und Kameras

Jede Haltestelle einmal im Jahr beschädigt heisst es heute auf Seite 13 der (Dresdner) Sächsischen Zeitung und natürlich geht es um Vandalismus und die von Revierpissern verursachten Schäden.

"Randalierer richten allein in Bussen und Bahnen jedes Jahr rund eine halbe Million Euro Schaden an" , weiß Caroline Pollmer zu berichten und zitiert den Sprecher der Wartehäuschen-Bestücker von JCDecaux:

    "Im Laufe eines Jahres werden alle Glasscheiben im Stadtgebiet Dresden allein schon durch Scratching komplett zerstört. […] Wir befinden uns in Dresden schon auf einem hohen Stand an Schadensfällen. Und es nimmt noch mehr zu. Das beunruhigt uns."

ALLE Scheiben in Dresden? JEDE Haltestelle im Stadtgebiet? Du meine Fresse!

    Auch die DVB kennt das Problem. Die Mitarbeiter ziehen regelmäßig beschmierte oder zerkratzte Straßenbahnen und Busse aus dem Verkehr. […] Bei zerkratzten Scheiben kann die DVB nicht immer gleich reagieren – aus Kostengründen. […] Denn das koste das Unternehmen jedes Mal zwischen 800 und 1000 Euro.

Und das ist natürlich der Hauptgrund für regelmäßige Tariferhöhungen, vermute ich mal.

    Um dem Problem des Vandalismus, aber auch anderen Straftaten entgegenzutreten, sind mittlerweile 32 von 150 Straßenbahnwagen – das sind alle neuen Niederflurwagen – mit Videokameras ausgestattet. "Diese wurden in erster Linie eingeführt, weil andere Städte die Erfahrung gemacht haben, dass die Straftaten leicht rückläufig geworden sind", so [DVB-Sprecher Falk] Lösch. In Dresden seien die Ergebnisse allerdings noch nicht repräsentativ.

Zusammenfassend heisst das doch nichts anderes als: Für die Verantwortlichen in Dresden ist ein leichter Rückgang der Straftaten in anderen Städten bereits Grund genug, Fahrgäste zu filmen.

Und dieser dort registrierte Rückgang…

Hängt der unzweifelhaft mit den installierten Kameras zusammen? Oder ist er nur eine simple Schwankung in der Statistik? Ist vielleicht in diesen anderen Städten Scratching aus der Mode gekommen? Oder haben sich die Straftäter dort neue, andere und leichtere Ziele gesucht?

Denn, wie Pollmer schreibt, "Die Dresdner Polizei registrierte allein 2004 rund 7000 Sachbeschädigungen. Wieviele davon die öffentlichen Verkehrsmittel treffen, verrät die Statistik nicht."

Also kann es durchaus sein, dass sich die Kratzer und Sprüher einfach anderen ‘Tatorten’ zuwenden und darum die Zahlen niemals auf Null sinken werden.

Na, wenn das mal kein Argument für die totale Überwachung ist…

Wie wäre es zum Beispiel mit Kameras in Abrisshäusern? Dann können die entarteten ‘Künstler’ nicht mehr üben und werden sich darum erst garnicht in die Öffentlichkeit trauen. Eben, weil ihnen die "Anerkennung der Gruppe" wichtig ist.

Nachtrag vom 22.04.06:
ddgraff.com beschäftigt sich ebenfalls mit dem Artikel.

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(17. January 2006, 21:26) - Comments Off

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