Gruselgrotte der blutdurstigen Würste

Internetunsicherheit

Soviel zum Thema schirrmacher’sche Webkompetenz: Ich wollte doch eigentlich, statt anderswo verlaberte Kommentare zu schreiben, lieber die eigenen Domains befüllen. Leider konnte ich mich nicht zurückhalten. Noch dazu so spät in der Nacht.

Und jetzt fühle ich mich dazu verpflichtet, eine ellenlange Antwoord auf den "art und wIEse"-Blogbeitrag Facebook, StudiVZ & Co. – die Debatte über Internetsicherheit x.0. zu schreiben; wie gewohnt, indem ich den Beitrag in Zitate zerhacke und diese kommentiere.

— –

Bereits die Überschrift hat dazu beigetragen, dass ich in Janes Beitrag überall jene Tendenz zur Überregulierung mitschwingen gefühlt habe, die mir nicht gefällt. Genauer gesagt der Schlagzeilenbestandteil »und Co.«. Das wirkt in Combo mit dem Schlagwort »Internetsicherheit« nämlich durchaus ziemlich undifferenziert.

»Eigentlich ist sie so alt wie das Medium Internet bzw. im Speziellen wie das Phänomen Social Networking: Die Angst vor dem Missbrauch von online sorglos preisgegebenen personenbezogenen Daten und Informationen durch windige Geschäftemacher sowie vor Mobbing und Stalking.«

Dieser Einstieg bestätigt meine Vermutung: Hier wird es darum gehen, wie man einen Zeitgeist wieder in seine Flasche zurückdrängen kann. Denn immer mehr Menschen nutzen immer mehr soziale Dienste und geben immer sorgloser immer mehr persönliche Daten preis.

Ein altbekanntes Problem also, das beileibe nicht nur eine Handvoll Vordenker und Internetgurus vorausgesehen haben. Dass es erst geänderter Facebook-Nutzungsbedingungen bedarf, damit die NutzerInnen solcher Plattformen kurz mal aufwachen, sich umdrehen und weiterschlafen, ist nur menschlich: Es gibt halt mehr Idioten als Skrupel, und die häufigste Lüge im Umgang mit Computern ist das Bejahen der Frage, ob man die Nutzungsbedingungen gelesen hat.

Hier hätte der Beitrag enden können, aber nun folgte ein moderner Klassiker in der Debatte um mehr Internetsicherheit. Nämlich das K-Wort:

»Und doch sind solche Konflikte im grenzenlosen World Wide Web vorprogrammiert, treffen doch dort Menschen aus aller Herren Länder mit ebenso verschiedenen Rechtssystemen und Ethikbegriffen aufeinander, ein Auseinanderhalten ist quasi nicht möglich, wie auch der verstörende Kampf gegen Kinderpornografie im Netz zeigt.«

Persönliche Daten schützen, meh. Aber gegen Kinderpornografie sind so ziemlich alle und nur die geplanten Gegenmaßnahmen sind je nach Wissensstand andere. Warum der Kampf verstörend ist?

»Gegeninitiativen, wie etwa die unlängst anlässlich der Bundestagswahl 2009 gegründete Piratenpartei, die sich ein “freies Internet” ohne Regulierung und Eingriffe von außen seitens des Staates auf die Fahnen geschrieben hat, erschweren den Schutz vor Internetmissbrauch zusätzlich – und finden gerade bei der Jugend Zustimmung: Wollen die Menschen sich nicht schützen lassen?«

Entschuldigt die Lesart, aber die Piraten verhindern, dass Kinderpornografie weiterhin verboten bleibt? Oder eher, dass sie produziert wird? Oder verteilt? Oder was?

Und klar wollen sich Menschen schützen lassen, aber bitte nicht von anderen Menschen, die weitaus weniger Ahnung von den technischen Möglichkeiten oder den zu erwartenden Kollateralschäden haben; etwa ein Verbot von bislang legaler Anscheinspornografie, Tauschbörsen und Slashfiction.

Über die Bandbreite(!) dieses Themas wurden in Blogs und Foren über Jahre hinweg zigmillionen Worte verloren, während offizielle Internetexperten munter weiterhin unprüfbare Zahlen in den Raum stellen und schlockigen Horrorszenarien Eindruck schinden dürfen.

»Nicht zuletzt weiß heute jeder: Die Nutzung des Internet ist nicht unproblematisch, einmal veröffentlichte Daten und Äußerungen sind unter Umständen noch Jahre für jedermann einsehbar.«

Unter Umständen.

»Sogenannte Personensuchmaschinen wie etwa Yasni fügen die diffus im Netz verstreuten Datenspuren einzelner Personen sogar auf Wunsch gekonnt zu ganzen Personenprofilen zusammen, die es ermöglichen, auf einen Klick fast die gesamte Internetpräsenz und Veröffentlichungshistorie einer Person auf dem Silbertablett serviert zu bekommen – selbstverständlich ohne zuvor das Einverständnis des Betroffenen einzuholen.«

Ich verstehe das Problem, aber was ist die Lösung? (Abgesehen von absichtlich falschen Angaben und pro Kommentar wechselnden Nicknames.) Oder anders gefragt: Das händische Zusammentragen solcher Informationen ginge in Ordnung, doch die Crawler-Sammelwut ist zuviel des Schlechten?

»Gerade Unerfahrene übertreten schnell und unbewusst eine Grenze, geben zu viel von sich preis, verwechseln virtuelle Identitäten mit Menschen aus Fleisch und Blut, die man wirklich kennenlernen und einschätzen kann.«

Das erinnert mich übrigens an den Tipp aus einem Ratgeber an Eltern über die Gefahren des Internet: Die Autoren meinten, man solle sich doch nur mal unter einem pseudo-unverfänglichen Nickname wie mandy12 oder so bei einem dieser Chatrooms anmelden und – Schockschwerenot! – würde man von Perversen angegraben.

(Oder von minderjährigen Trollen. Oder anderen Eltern, die mal ausprobieren wollen, wann sich Mandy wohl angeekelt ausloggt. Sowieso dauert es sicherlich nicht lange, bis der erste Fernsehsender bei mir klingelt, sobald ich mich öffentlich als Doktor der Ballerspielologie ausgebe.)

Zurück zu den Horrorgeschichten; jenen Einzelfällen und urbanen Legenden, die man aber durchaus nicht weglachen sollte, weil das Geschilderte schon morgen dem eigenen Nachwuchs passieren könnte:

»Schlimme Geschichten von jungen Mädchen machten die Runde, die statt einen Internet-”Freund” zu treffen, ihrem Mörder in die Arme liefen, oder von verschmähten Liebhabern, die über facebook herausfanden, dass die Ex mittlerweile einen Neuen hatte und sie daraufhin umbrachten. Auch Mobbing ist im Zeitalter des Social Networking an der Tagesordnung – mitunter mit fatalen Folgen.«

Schicksale, die ohne Facebook unmöglich wären. Oh, Moment, doch nicht. Früher gab es beispielsweise Heiratsschwindler oder das klassische Ins-Wasser-gehen unglücklich Verliebter; und statt Mobbing wurde man früher von uncoolen Nachbarn gern mal wegen Lächerlichkeiten denunziert und starb im Turm oder Arbeitslager.

Und apropos mobbing (bzw. cyber bullying): Online ist die Hemmschwelle für Beleidigungen logischerweise viel geringer als bei der Face-to-Face-Kommunikation; manchmal scheint einzig die StFU zu gelten bzw. der Grundsatz TITS OR GTFO!

Aber das Meiste davon ist ironisch gemeint, lulz. Wäre das Internet in dieser Richtung tatsächlich eine so große Gefahr, müssten die Flüsse und Gebüsche inzwischen überquellen von fetten, hässlichen Leichen.

»Für meine Begriffe kommen hier mehrere ungünstige Faktoren zusammen:
1. Das Internet ist für nahezu jedermann zugänglich – auch für Personen mit geringem Reifegrad und noch instabiler Persönlichkeit, also Kinder und Jugendliche, oder Internet-Laien.«

Ein technologischer Fakt und die Grundvoraussetzung in unserer sog. Wissensgesellschaft.

»2. Die weitgehende Anonymität bietet im Zusammenhang mit 1. einen idealen Tummelplatz für Kriminelle auf der Suche nach leichter Beute ohne zwingend mit Konsequenzen rechnen zu müssen.«

Und für Idioten, die früher bloß im echten Leben abfailten, sich nun aber auch noch online von auf den Rücken gebundenen Bären über den Tisch ziehen lassen. Wobei ich durchaus der Meinung bin, dass der durchschnittliche eVerbrecher mehr nachvollziehbare Spuren hinterlässt als ein maskierter Räuber im Parkhaus.

»3. Daten sind schnell veröffentlicht – aber nur schwer oder unter Umständen gar nicht zu löschen.«

Das stimmt unter Umständen, ist jedoch eigentlich nichts Schlechtes. Zumal es meines Erachtens nach schlimmer ist, dass sich so viele intolerante und ironieresistente Menschen im Netz tummeln. Zumal es in Deutschland eine Impressumspflicht gibt, die eigentlich saublöde ist, weil nun Äußerungen zu bestimmten Themen der Selbstzensur des Seitenbetreibers zum Opfer fallen müssen, weil der sonst dafür offline auf’s Maul bekommt.

(Lösung: Die Meinung wird andernstaats gewebhostet. Das geht ja glücklicherweise relativ leicht.)

»4. Es fehlen allgemein (also international) verbindliche Richtlinien, die den Umgang im Internet zumindest ansatzweise reglementieren.«

Ja, genau. Wer kennt und nutzt schon die Netiquette oder den kategorischen Imperativ. Dann doch lieber Gängelung durch Unternehmer, Politiker und realsatirische Rechtssprüche.

»Doch wie vorgehen? Wie kann man den Moloch Internet mit all seinen Gefahren sicherer machen?«

Mit Stoppschildern? Zivilpolizisten hochladen? Serverfarmen bombardieren? Indirekt durch mehr Medienkompetenz und Konfliktfähigkeit?

»Meine Ideen, das Problem zu adressieren, erschöpfen sich an den Grenzen nationalen Rechts. Wie will man von Deutschland aus die Nutzer einer amerikanischen Internetplattform schützen?«

Das geht ganz einfach: Nur deutschsprachige Blogbeiträge schreiben und Communities nutzen, dann interessiert sich für diese Daten außerhalb unseres schönen Dreiländerecks keine Sau mehr ;) Mir jedenfalls gefällt ganz gut, dass in anderen westlichen Ländern die gesetzlich garantierte Meinungsfreiheit großzügiger definiert wird.

»[Die Einrichtung eines IT-Ministeriums wäre zu] Zeiten ohnehin knapper Kassen und hoher Staatsverschuldung ein gewagter Stoß – ins für meine Begriffe richtige Horn.«

Naja, eigentlich würde ich mir gern selbst aussuchen, von wem ich mich bevormunden lasse.

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(28. April 2010, 0:22) - 13 Reaktionen

13 Reaktionen » » »

Comment by Jane

Jetzt bin ich aber echt enttäuscht. Ich hätte dich für unvoreingenommener in deiner Herangehensweise gehalten. Wie man von einer Überschrift, die im allgemeinen die uralte Debatte über Internetsicherheit thematisiert und zudem Bezüge zur aktuellen Debatte zu Datenschutzbestimmungen von facebook & Co. setzt, auf “Überregulierung” und “Verbote” kommst, will sich mir nicht so recht erschließen. Den einzigen Grund, der dafür vorstellbar wäre, wäre ein eigener Standpunkt, der zu jeglicher Internetreglementierung negativ eingestellt ist und darüber eigentlich auch nicht diskutieren möchte.

Wenn man übrigens sämtliche Kriminalität damit erklären würde, dass es ja immer genug Dumme, Unvorsichtige und Idioten gibt, die sich als Opfer geradzu anbieten, und mit derselben Vehemenz die Opfer dafür verantwortlich machte, die Täter aber mehr oder weniger außen vor lassen würde, könnten wir unser gesamtes Strafrechtswesen infrage stellen – wozu die Täter ermitteln und außer Gefecht setzen? Die Opfer sind doch das eigentliche Problem, weil sie zu dumm sind für diese Welt, herrjeh…

Ebenso schleierhaft ist mir, wie man darauf kommen kann, dass hier versucht würde, facebook & co (“zeitgeist”) abzuwürgen oder zu verbieten (“zurück in die Flasche drängen”), wenn da schlicht und ergreifend reale Probleme und Gefahren aufgelistet werden, die in Zusammenhang mit der Nutzung evident sind. Du greifst doch permanent dem vor, was ich eigentlich sagen will.

Wenn man natürlich an einen Artikel mit potenziell meinungskonträrem Inhalt einzig mit der Einstellung herangeht, die eigene Meinung bestätigt zu finden, oder aber anderenfalls den Autor abzuwatschen, dann schafft man das auf irgendeine Weise auch.
Schade eigentlich, aber ich fühle mich hier völlig missinterpretiert, und meine von dir zitierten Aussagen werden aus dem eigentlichen Zusammenhang gerissen und schlicht und ergreifend irreführend dargestellt.

Posted on April 28, 2010 at 28. April 2010, 11:56

Comment by henteaser

“Den einzigen Grund, der dafür vorstellbar wäre, wäre ein eigener Standpunkt, der zu jeglicher Internetreglementierung negativ eingestellt ist und darüber eigentlich auch nicht diskutieren möchte.”

Jein. Denn was ich neben Netikette und kat. Imp. zu erwähnen vergaß: Zwar gilt auch Online zumeist das Offline-Recht, doch es wird gern so getan, als ob dem nicht so wäre.

So kommt es dann, dass den Piraten unterstellt wird, sie würden Bemühungen gegen Kinderpornografie torpedieren, obwohl sie eigentlich bloß die halbgare Herangehensweise (Unliebsames muss ‘gesperrt’ werden) sowie die schwammigen Begrifflichkeiten (z.B. Jugend- und Anscheinspornografie) kritisieren.

Insofern ist’s tatsächlich so, dass ich mir im Zweifelsfall eigene Grenzen ziehe, weil sich meine Moralvorstellungen eben nicht mit denen von Musikindustrie-Lobbyisten und Panikmachern deckt, die derzeit glücklicherweise noch nicht geschafft haben, das Internet zu reinigen.

Was übrigens alles nicht bedeutet, dass ich Verbrechen – also z.B. echte Kinderpornografie – gutheiße oder unterstütze.

Nur: Diese Verbrechen finden im real life statt; woher sollten sonst die fraglichen Fotos gekommen sein, mit deren Bildbeschreibung von der Leyen hausieren gegangen ist?

Und ich bin der Meinung, dass nun verstärkt auf Internetsicherheit Wert gelegt wird, weil sich da viel leichter Erfolge feiern lassen als offline. Die Fortschrittsfeindlichkeit ist da bloß ein Nebenaspekt.

Posted on April 28, 2010 at 28. April 2010, 14:54

Comment by henteaser

“Die Opfer sind doch das eigentliche Problem, weil sie zu dumm sind für diese Welt, herrjeh…”

Nicht durchweg. Aber wenn ich ein Buch lese, dessen Inhalt mich abstößt, muss ich’s nicht weiterlesen. Auch muss ich mir keine dummen Fernsehsendungen anschauen, nur weil ich einen Fernseher habe. Oder seitenlange Leserbriefe schreiben und mich danach aufregen, dass die Redaktion den auf drei (falsche?) Kernsätze zusammengestrichen hat.

Ich würde tatsächlich viele Online-Gefahren mit mangelnder Kompetenz bzw. Konfliktfähigkeit begründen.

Wer sich unfallfrei durchs Netz bewegen möchte, sollte halt nicht (mit Klarnamen) auf Faschoblogs mitzudiskutieren, krude eMail-Anhänge öffnen, Passwörter speichern, Zeugs ersteigern bei Menschen mit nur zu 14% positiven Bewertungen, usw.

Posted on April 28, 2010 at 28. April 2010, 15:05

Comment by henteaser

“Du greifst doch permanent dem vor, was ich eigentlich sagen will.”

Vermutlich, weil es die Diskussion um NutzerInnendaten bereits seit Jahren gibt und ich hinreichend abgestumpft bin, weil mir monatlich meine Mutter das neueste INetz-Populärwissen erzählt, dass sie auf “Hier ab Vier” oder so aufgeschnappt hat. ;)

Posted on April 28, 2010 at 28. April 2010, 15:08

Comment by henteaser

“Schade eigentlich, aber ich fühle mich hier völlig missinterpretiert, und meine von dir zitierten Aussagen werden aus dem eigentlichen Zusammenhang gerissen und schlicht und ergreifend irreführend dargestellt.”

Übrigens auch ein typisches Online-Problem: Text überfliegen, an Schlagworten aufhängen, Verriss schreiben und anschließend fühlen sich alle falsch verstanden.

Eine echte Diskussion würde vermutlich Lösungsansätze erbringen, die über sarkastische Sticheleien und hineingelesene Vorwürfe hinausgehen. Doch dazu müsste ich mich ja freiwillig unter Menschen begeben…

Posted on April 28, 2010 at 28. April 2010, 15:14

Comment by Jane

Selbstverantwortung und Reife sind eine Sache – natürlich muss ich nicht zwingend dies oder jenes tun. Aber wenn man es darauf reduziert, akzeptiert man doch stillschweigend, dass das Internet nun einfach mal kriminalitätsbehaftet ist. Ich weigere mich aber, das als gegeben abzuhaken und jeden nun auf eigenes Risiko surfen zu lassen, denn immer öfter sind es eben auch Kinder, die surfen. Von denen kann man erstens weder Reife noch Verantwortungsbewusstsein erwarten, denn die Verantwortung für ihre Sicherheit tragen sie. Und zweitens ist auch das Internet ein öffentlicher Raum, der Regeln braucht, damit nicht Mord und Totschlag herrschen.

Was die Piraten betrifft, diese Diskussion hatten wir an anderer stelle schon mal, deshalb wundert es mich, dass du immer noch mit den alten, als nicht korrekt geouteten Statements ala “obwohl sie eigentlich bloß die halbgare Herangehensweise (Unliebsames muss ‘gesperrt’ werden) sowie die schwammigen Begrifflichkeiten (z.B. Jugend- und Anscheinspornografie) kritisieren”. Dem ist nachweislich nicht so. Die Piraten fordern, dass ausnahmslos alle Eingriffe von außen ins Internt zu unterbleiben haben, dazu gehören auch solche Eingriffe, die gezielt strafbares Material herausfiltern würden, um kriminellen Machenschaften (etwa Kipo) das Wasser abzugraben. Die Piraten beharren auf “dem Recht, in Ruhe gelassen zu werden” – das würde dann auch für Kipo-Vertreiber gelten, zumindest lassen die Piraten einen entsprechenden Passus vermissen, der dies konkret separat behandelt.
Inwiefern, bzw. für wen wäre es denn “unliebsam”, wenn Kipo-Seiten gesperrt würden? Doch wohl nur für die, die Kinder für sowas quälen, um Profit zu machen und jene, die sich sowas gerne reinziehen. Zumindest einer davon sitzt ja auch bei den Piraten.

Posted on April 28, 2010 at 28. April 2010, 17:53

Comment by Jane

Sorry, es muss heißen: “…,denn die Verantwortung für ihre Sicherheit tragen wir.”

Posted on April 28, 2010 at 28. April 2010, 17:54

Comment by henteaser

Der Piraten-Standpunkt ist jedoch vertretbar, wenn man liest, was für Lobbygruppen von überzogenen Einzelfallschilderungen profitieren:

”Child pornography is great,” the speaker at the podium declared enthusiastically. ”It is great because politicians understand child pornography. By playing that card, we can get them to act, and start blocking sites. And once they have done that, we can get them to start blocking file sharing sites.
[...]
One day we will have a giant filter that we develop in close cooperation with IFPI and MPA. We continuously monitor the child porn on the net, to show the politicians that filtering works. Child porn is an issue they understand,” Johan Schlüter said with a grin, his whole being radiating pride and enthusiasm from the podium.

- via http://blog.fefe.de/?ts=b529e467

Mit der gleichen Argumentation könnte man übrigens den Besitzern von DVD-Brennern, Kofferräumen, Kellern, Vorhängen, Teleobjektiven und noch vielen anderen Alltäglichkeiten verdachtsunabhängig auf die Finger gucken.

Es könnte schließlich sein, dass etc.

Posted on April 28, 2010 at 28. April 2010, 19:33

Comment by henteaser

“immer öfter sind es eben auch Kinder, die surfen” – Und diese Kinder haben Erziehungsberechtigte. Warum soll das von Erwachsenen für Erwachsene erfundene Internet plötzlich Sendezeiten und andere Restriktionen über sich ergehen lassen, nur um (teilweise) an den Haaren herbeigezogene Kollateralschäden zu vermeiden?

Geh doch einfach davon aus, dass alles, was online steht, Ab 18 ist; außer jene Angebote, die explizit auf Kinder zugeschnitten werden. Alles andere ist Selbstbetrug oder führt zurück in die Vor-Internet-Zeit.

(Potentielle Jugendgefährdung beginnt übrigens bereits bei der Wortwahl in Blogbeiträgen, und nicht erst mit dem Bereitstellen von Fickbildern.)

Ach ja: Das Logischste, was ein zukünftiges IT-Ministerium aufziehen könnte, wäre eine Kombination aus Wissenssammlung und Suchmaschine für Heranwachsende, welche sich nicht durch offensichtliche Zensur bzw. lobotomisiertes Whitelisting unmöglich macht.

Aber auch die Erwachsenenbildung nicht vergessen, angefangen mit dem Hinweis auf den Unterschied zwischen CC und BCC beim Email-verschicken.

Posted on April 28, 2010 at 28. April 2010, 19:50

Comment by falschgold

diese diskussionen sind wirklich so alt, dass man sich wundert, dass die freunde der regulation tatsaechlich noch nicht auf den hauptunterschied gekommen sind, zwischen dem, was sie regulieren wollen und dem wo sie ihre methoden herhaben:

das eine ist die real world: faust auf auge, /ein/ leben, einigartige individuen, uniques eigentum – das andere die digitale: flame gegen flame, endlose moeglichkeit des erschaffens (und loeschens) von identitaeten, gerne jede komplett verschieden, digitale vervielfaeltigung (weitere unterschiede zu finden ueberlasse ich der jane zur verstaendnisfoerdernden uebeung)

aus diesem ganz simplen, regelrecht physikalischen, unterschied, erscheint es doch logisch, erst mal /nicht/ die methoden der “verbrechensbekaempfung” der real world blindbloed der digitalen ueberzuhelfen – denn sie koennen nicht funktioneren. ganz abgesehen davon, dass sich auch der rahmen des “was ist kriminell” verschiebt. statt sich auf den uebergang zwischen den beiden “welten” zu konzentrieren und einzugreifen, wo die hardwareinstrumente wieder greifen, versucht man den pudding der digitalen welt mit dem bolzenschussgeraet der realen an die wand zu nageln und wundert sich ueber die schweinerei. wer argumentiert, wie hier jane, braucht sich nicht wundern, wenn einem die eigene argumentation immer wieder um die ohren gehauen wird – sie funktioniert nun mal nicht.

(von schirrmacher’s payback war ich, nach alle den “ich habe mit den google foundern gesprochen” talkshowauftritten, angenehm angetan. (siehe websitenlink in der korrekt angegebenen identitaet, ich vorbildlicher, ich. die letzten 5 minuten der rezension hauen uebrigens die facebookdebatte..)

Posted on May 16, 2010 at 16. May 2010, 15:52

Comment by henteaser

Ein Beitrag, den ich in diesem Zusammenhang gern verlinke, ist Lowtax’ “Won’t Somebody Think of the Bloggers?”

Posted on May 20, 2010 at 20. May 2010, 0:11

Comment by falschgold

hehe, sehr huebsch..

Posted on May 20, 2010 at 20. May 2010, 21:23

Comment by falschgold

und ganz frisch: http://pw0nd.com/2010/05/21/the-trollminator/ ;)

Posted on May 21, 2010 at 21. May 2010, 15:08

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»Kommentare gebe ich erst frei, nachdem ich sie mir durchgelesen habe. Das ist zwar sowas von uncool und altbacken, aber schont meine Nerven.«