Dresden, Sperrmüll, Müllvermeidung

In der freitagSZ vom 26. Oktober 2007 wurde noch einmal die Meldung gedruckt, dass die Stadt Dresden (also wohl das Ordnungsamt) testweise zwei Containerstellplätze videoüberwachen lässt.
»5400 Euro gibt die Stadt für den auf drei Monate begrenzten Modellversuch aus. Gleichzeitig sollen die Reinigungskosten an den beiden Plätzen um [jeweils?] 1200 Euro sinken.«
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es besser – aber anscheinend auch teurer – wäre, die Container nach Bedarf zu leeren und nicht nach Wochenplan.
Wer nämlich seinen Recyclingmüll (also auch Glasflaschen und so) nicht auf und neben die rammelvollen Behälter schmeißt, nimmt ihn wieder mit nach Hause. Oder fährt ihn im Auto spazieren. Mit dem Ergebnis, dass sich Keller bzw. Kofferraum allmählich mit jeder Menge Kram anfüllen. Kram, der dann auf den erstbesten leeren Stellplatz losgelassen wird und diesen so binnen kurzer Zeit erneut verstopft.
Nun meinte meine Freundin vorhin, dass die Kameras nicht gegen rausguckende Pappen und Weinflaschen gerichtet wären, sondern gegen wilden Sperrmüll, der ebenfalls oft zwischen die Behältern abgestellt wird.
Sollte es ‘der Stadt’ also um Sperr- und ähnlichen Müll gehen, der zwar nicht legal, aber doch wenigstens auffindbar endgelagert wird?
Oder anders formuliert: ‘Die Stadt’ gibt Geld dafür aus, dass wieder mehr unsoziale Mitbürger ihren Krempel in der Dresdner Heide und auf ungenutzten Grundstücken entsorgen?
Gratulation für diesen Einfall.

Sollte das hier einer dieser Typen und Typistinnen lesen, die altes Geschirr, kaputte Stühle und andere nicht mehr benötigte Dinge loswerden will, ohne auf Einwurfzeiten und Legalität zu achten:
Bitte schmeißt nicht alles auf den Sperrmüll oder in Nachbars Schrebergarten! Verschenkt das Zeug, sofern es nicht total unverwendbar ist, an Menschen, die diese Dinge nötig haben oder benötigen könnten. Von denen gibt es nämlich mehr als nur ‘ne Handvoll in Dresden.
Nun noch einige Adressen von Läden, die auch Dinge nehmen, über die Antiquitätenhändler und Antiquare lachen. Und die diese Dinge an Menschen weiterleiten, die’s nicht so dicke haben; die sogar noch mit Omas DDR-Schrankwand oder alten Hosen* was anfangen können:
*[Ich habe mir sagen lassen, die Kleiderspendecontainer wären der letzte Mist. Denn auch sie werden verdammt selten geleert. Dann doch lieber zum Umsonstladen mit ausrangierten Anziehsachen, statt sie in Plastesäcken verrotten zu lassen.]
Die Gebrauchtwarenbörsen des SUFW Dresden e.V.)
»Ziel des Projektes ist es, gebrauchsfähige und wieder verwendbare Möbel sowie nicht mehr benötigten Hausrat (Lampen, Geschirr, Spielzeug u.v.m.) in den Börsen abzugeben. Damit erhalten andere, vorrangig einkommensschwache Mitbürger, die Gelegenheit, sich aus diesem Fundus für den eigenen Haushalt Gegenstände auszuwählen und unentgeltlich mitzunehmen.«
Annahme/Abgabe
Mo–Fr: 9 bis 18 Uhr, Sa 8 bis 12 UhrProhlis
Senftenberger Straße 38
01239 Dresden
Tel.: 0351 2134067Gorbitz
Leutewitzer Ring 19
01169 Dresden
Tel.: 0351 4176796Pieschen
Rehefelder Str. 39
01127 Dresden
Tel.: 0351 8472031
Wertstoffhof abfallGUT
»Oft erleben wir, daß vor Umzügen oder Haushaltsauflösungen die Menschen hilflos vor einem riesigen Haufen Krempel stehen und alles mit einem Mal loswerden müssen. Dann wird ein Container bestellt und alles miteinander entsorgt. Das muß nicht sein.
Bitte begutachten Sie hin und wieder Ihre Besitztümer. Viele verstaubte Gegenstände lassen sich sicher noch verkaufen. Wenn Sie Gegenstände finden, die keiner mehr kaufen will, bringen Sie diese zu uns.«
abfallGUT Dresden e.V.
Heidestr. 34
01127 Dresden
Tel: 0351 8584104
(Mo–Fr: 12 bis 19 Uhr, Sa: 8 bis 12 Uhr)Umsonstladen Dresden
Alaunstr. 68 (Hinterhaus)
01099 Dresden (Neustadt)
(Mo–Fr: 16 bis 19 Uhr)
Sozialkaufhäuser des QAD
»Das Sozialkaufhaus mit seinen zwei Filialen in Radebeul und in Dresden sieht seine Aufgabe vornehmlich darin, Bürgerinnen und Bürgern mit einem geringen Einkommen eine attraktive Einkaufsmöglichkeit zu bieten. Durch ständig wechselnde Angebote und jahreszeitliche Anpassung des Sortiments im Textilbereich, sind die Kaufhäuser für die Kunden durchgängig attraktiv und heben sich von vergleichbaren Anbietern ab. Wir bieten Gebraucht- aber teilweise auch Neuwaren an.«
Öffnungszeiten
Mo–Do: 9 bis 19 Uhr, Fr: 9 bis 18 UhrWettiner Platz/Schützenstraße, 01067 Dresden
Tel.: 0351 4932180Wasastraße 17, 01445 Radebeul
Tel.: 0351 8382878, Fax: 0351 8338298
Und dann gibt es noch die Möbelscheune auf der Erfurter Straße in Dresden-Pieschen, deren Öffnungszeiten ich nicht kenne. Ich glaube zu wissen, dass die Samstag von 11 bis 14 Uhr geöffnet haben und unter der Woche bis 18 Uhr. Auf jeden Fall habe ich da schon so manches gute Möbelstück, etliche Bücher und einigen Kleinkram erstanden.

