Darf über den Holocaust gelacht werden?
Nein!
Aber doch hoffentlich über das ihm gewidmete Mahnmal in Berlin. Dieses Ding ist nämlich dermaßen gesichts- und aussagelos, dass man es ohne Probleme ebenso als Mahnmal für 9/11, als Kunstprojekt, Abenteuerspielplatz oder Panzersperre auslegen könnte.
Wenn doch nur statt der rissigen und scharfkantigen Klötze zweitausendsiebenhundertundelf dürre Bronze-Häftlinge herumstünden und die Besucher mit hohlen Augen anstarrten…
Oder viel besser: Ein fröhliches Euro-Juden-Land, wo Spaß und Musik zuhause sind und welches so die Besucher daran erinnert, dass in Auschwitz und wasweißichwo nicht bloß eine gesichtslose Anzahl Menschen, sondern auch eine reiche Kultur vergast und verheizt worden ist.
Wobei da natürlich die Gefahr eines ‘positiven Ghettos’ bestünde… Ein Reservat, in dem der Dreidel übers Pflaster hüpft, eine Schauspieltruppe stündlich für Touristen den Golem erweckt, das Maskottchen Robbi Rabbi heißt und auch sonst jedes Klischee bedient wird.
Dass es in Deutschland ähnliche Reservate bereits gibt, beweist jedoch: Das Euro-Juden-Land hätte ein Erfolg sein können.
Tja, Chance vertan. Vielleicht beim nächsten Mal.

