Während woanders Menschen sterben

… bin ich mal wieder in München unterwegs. Meine Mission hieß heute: Schlagsahne kaufen für die Erdbeertorte. Das war an sich ganz einfach und ging auch schnell.

Aber natürlich habe mich mal wieder ziemlich über die lächerliche Stellfläche geärgert, auf die die Kassenkraft das Zeug schiebt, nachdem es vom Scanner gepiepsdingst wurde. Welcher Produktdesigner durfte sich denn da verwirklichen? Und wie sah die Alternative aus? (Wahrscheinlich wie ein mit Styropor ausgekleideter Pappkarton.)

Die Kassenkräfte selbst tun stets ihr übriges, um mir den Einkauf so richtig zu vermiesen. Meist, indem sie »Auf Wiedersehen!« sagen und gleichzeitig damit beginnen, den Krempel meiner Nachfolger über den Scanner und zwischen meine Einkäufe zu schieben, während ich noch dabei bin, Wechselgeld und Zettelchen und Einkauf zu verstauen, diese Arschgeigen.

So im Zeitdruck können die doch gar nicht sein, dasse nicht warten können, bis ich meinen Kram eingesackt habe. Die werden doch in Arbeitsstunden bezahlt und nicht pro Piepston oder wie oder was?

Letztens – in einem anderen Laden ohne brauchbares Kassendesign – wurde ich angesprochen und gebeten, das nächste Mal doch bitte meinen Rucksack vorn an der Kasse zu lassen, bevor ich gutes Geld für deren leuchtendrot markierten ANGEBOTE DER WOCHE und die grün markierten BIO-Waren bezahle.

Da mir die besten Erwiderungen immer erst hinterher einfallen, habe ich die Typen natürlich nicht gefragt, wozu ich das tun soll, wenn doch eh in jeder Ecke Überwachungskameras angebracht sind. Nun ja, vielleicht beim nächsten Mal. (Ja genau. Als ob ich dieses Geschäft jemals wieder betreten würde.)

Etwas Positives hatte der heutige regenwindverwaschene Ausflug zum Gärtnerplatz jedoch. Denn seit heute weiß ich, wo es (Damenschuh-)Söckchen mit »feinem Minzduft« gibt: Im "Ach-ja-fast-vergessen"-Regal vor der Supermarktkasse neben Kondomen und Kaugummi.

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