Umweltschutz geht alle an – sogar PKW-Nutzer

Zum Beispiel könnte der Staat Pendler vor die Wahl stellen: Entweder, sie bilden (am besten firmenübergreifende) Fahrgemeinschaften. Oder aber, sie dürfen keine Entferungspauschale geltend machen. Strafsteuern für Alleinnutzer wären ebenfalls eine Möglichkeit.

Wem Umweltschutz als Grund zum Verzicht aufs ‘Single-Mobil’ bisher nicht ausgereicht hat, wird sich durch die geldwerten Vorteile einer Fahrgemeinschaft sicherlich überzeugen lassen.

So etwas wie Privatfahrzeuge dürfte es eigentlich gar nicht geben. Wie oft steht das eigene Auto ungenutzt herum, während der Nachbar mit seinem SUV zum Einkaufen fährt. Wie schnell hat Frau Huber Kredite aufgenommen für Autokauf und -reparatur, während ihr Nachbar mit dem SUV sein Einzelkind von der Schule abholt. (Aber nicht das seiner verschuldeten Nachbarin, obwohl noch mehrere Sitzplätze frei wären.)

Vermutlich jedoch wiegt bereits die Vorstellung sinkender Kraftstoffsteuer-Einnahmen schwerer als die geschonte Umwelt; diese Art des steuerlich begünstigten Kommun-ismus wird nie Realität werden.

Weitere Gründe GEGEN das Gemeinschafts-Fahrzeug:

Diese ökologisch wertvolle Lösung würde Arbeitsplätze vernichten. Denn wenn immer weniger PKWs die Autobahnen befahren, müssen kaum noch Fahrbahnen geflickt und Fahrzeuge seltener repariert werden: Ohne Dauerbelastung verlangsamt sich der Verschleiß.

Auch wären weniger Polizisten und Ordnungsbeamte vonnöten, um die Sicherheit in Städten und auf Straßen zu bewachen: Weniger Unfälle, weniger Verkehrschaos, weniger Verkehrssünder, kaum noch Falschparker… So einiges an Personal müsste in verhasste Bürojobs abgeschoben oder gar wegrationalisiert werden.

(Falls es doch mal nötig wird, falsch zu parken, teilen sich die Insassen das Bußgeld und bezahlen so vermutlich immer noch weniger, als sie es als legaler Dauerparker mit dem eigenen Wagen würden.)

Ebenso würde die Anzahl der aufgenommenen Kredite zurückgehen. Und auch das würde ausnahmsweise mal nicht die Leute treffen, die schlecht mit Geld umgehen können, sondern deren Verführer.

Wirtschaftliche Gründe FÜR das Gemeinschaftsfahrzeug:

Die Menschen müssten erst wieder lernen, zusammenzuarbeiten und miteinander Zeit zu verbringen. Diese schwierige Übergangszeit wird nicht nur die Pharmakonzerne und ein Heer an Psychotherapeuten freuen, sondern auch New-Age-Scharlatane, Duftbaumhändler und die Hersteller tragbarer MP3-Player.

Wahrscheinlich würde sogar der Absatz und die Verbreitung von Geräten steigen, mit denen man übers Mobilfunknetz oder per WLAN online gehen kann: Einer fährt und die anderen beantworten erste Kunden-Mails, lesen Netzzeitung oder hören Podcasts.

Viele Menschen könnten bereits frühmorgens geistig arbeiten, wenn ihr Verstand gerade frisch hochgefahren ist.

Oha, einen Grund GEGEN staatlich geförderte Fahrgemeinschaften hätte ich ja fast vergessen:

Die durch die wegfallenden Staumeldungen gerissene Lücke wird man bei B5 Aktuell ebenfalls mit Muzak stopfen.

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