Rückblick auf Jugendkunst

Beim Aufräumen und Sortieren fiel mir auf, welch untoten Zeichenstil ich mir in den 1990s beigebracht hatte: Brösel/Tetsche-Mix und lahme Witze. Kinderzeichnungen, obwohl ebenfalls handwerklich ungeschickt, haben nicht die selbe abstoßend-schaminduzierende Wirkung wie die jugendlichen Witzblätter.

Sicherlich liegt das daran, dass sich Kinder eben Mühe gibt, aber es ist eine andere Art Mühe: Kinder lernen, das Malwerkzeug und den gesamten Prozess “Gedanke auf Papier” zu beherrschen und malen deshalb zB ein nicht als solches erkennbares Pferd.

Als Jugendlicher stand ich hingegen voll&ganz hinter meinem bekackten Copycat-Zeichenstil und fand ihn kein bisschen kacke. Inzwischen weiß ich, was ich versäumte, weil ich mich auf frankensteinigem Flickwerk und ton-tauben Humorversuchen ausgeruht habe.

Theoretisch sollte es mir mit meinen Jugendsünden voller Brösel-Wurstnasen also schwerfallen, mich über Jugendliche zu belustigen, die uncanny Cargocult-Mangas zeichnen. Meine und ihre Figuren stehen steif herum und wirken zusammengesteckt, während die Vorbilder organisch gewachsen sind und den Zeichnern sozusagen aus der Feder flossen.

Dennoch: Jugendliche, ey! Glauben, sie können und wissen alles.

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