Rausländer

Auch kein waschechter Blogcontent, aber wenigstens mal wieder Fließtext – und zwar ein Kommentar meinerseits zum TheGurkenkaisers Kommentar zu DiePublikatives Kommentar zur Ausländerproblematik:

Weil das auf Twitter wirklich nicht funktioniert habe hier noch einmal zusammengefasst, wie ich’s verstehe: “Die Publikative verrechnet nützliche mit schädlichen migrant_innen” – und sind allein deshalb meines Erachtens noch keine Nationalisten*. Doch da sich eine ‘Schädlichkeit’ wiederum auf (den Nationalstaat) Deutschland bezieht bzw. auswirken würde, sind die Publ.autoren schon näher dran an der Argumentationslinie der Neuen Rechten.

Die Frage, die mir zu all dem sofort einfällt ist die nach der Deutungshoheit über Schädlinge und Nützlinge. Wer legt das fest?

Weil: Das von denen gebrachte Beispiel USA ist unter anderem deshalb so hervorragend, weil deren Unterhaltungsindustrie (vulgo: “Hollywood” und Multimediamegacorps) eine Weltmacht ist. Die Unterhaltungsindustrie wiederum stützt sich auf “Kreative” und Modetrends, die stets aus dem Untergrund der Jugendkulturen und Einwandererströme hochgefischt werden. Würde ‘Deutschland’ einem jungen Schwarzen Asyl gewähren, der nix kann außer Beats zu basteln und gangsta zu rappen? Wäre er nützlich genug für die Ausländerbeauftragten? (Abgesehen davon, dass Dr. Dre kein echter Doktor ist.)

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außerdem: Wenn man der Auffassung folgt, der Mensch bzw. seine Arbeitskraft sei eine Handelsware, so lässt sich sogar noch die überstürzteste Flucht ins Ausland vor macheteschwingenden Kindersoldaten als Wirtschaftsflucht interpretieren. Denn wer sonst sollte sich um die in Sicherheit gebrachten Kinder kümmern oder später um die Wiederbesiedlung des Heimatdorfes, wenn nicht die geflohenen Arbeitsleister? Wer sollte den daheimgebliebenen Verwandten Lohnbriefe schicken von der südeuropäischen Obstplantage? usw.

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Alles gut und schön (oder eben nicht), aber ich sehe einen Rassisten eben als jemanden, dem die Auffassung “Andersfarbige stinken!” ausreicht, um ganze Menschengruppen zu hassen. [Eine] am Markt orientierte Diskriminierung ‘unwerter’ uhm… Klassen? Kasten?… ist für mich kein Rassismus und leider auch schwieriger zu bekämpfen – zumindest, ohne “das System” in Frage zu stellen und die Diskussion komplett zu derailen.

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