Den Anti-Antifaschismus schmackhaft machen

Wie ich so mit dem Bus durch Dresden-Gorbitz fuhr, fiel mir ein Spruch in der für Farbsprayworte typischen runden Druckschrift auf. Und zwar das ausrufezeichenlose “Der Antifa die Suppe versalzen”, welches mich die folgenden Fahrzeitminuten beschäftigte.

Dabei habe ich keine Antwort auf die Frage zu finden versucht, wie man wohl Antifaschisten, also Freunden der Menschheit, die Suppe zu versalzen gedenkt, weil ich einige Antwortmöglichkeiten kenne und mir keine gefällt.

Viel eher habe ich gerätselt (und bin mir noch immer unklar darüber), wie alt und wohlerzogen wohl der Mensch mit dem Farbspray war. Sachbeschädigung im Namen der guten Sache hatte für ihn jedenfalls weniger Gewicht als die Wahl einer Formulierung, bei der die Interpretation seines call to action im Hirn der Leserschaft stattfindet. (Die eingesetzte Schriftart war übrigens eine dem Medium Sprühfarbe geschuldete schwungvolle Druckschrift, die nicht durch szenetypischen Symbolen ergänzt war.)

Als Nächstes dachte ich darüber nach, wie sich dieses doch recht schwammige Wortbild abwandeln ließe, damit nicht an jeder nationalbefreiten Wand und jedem weißen Schaltkasten Dresdens das gleiche zu lesen steht. Auf die Schnelle fielen mir ein, man könnte der Antifa ein Schnippchen schlagen, hämisch zugrinsen, die Argumente zerpflücken, einen Esel bohren (© Shakespeare-Übersetzer) oder ihr schlüssige Alternativen aufzeigen.

Wenn nur letzteres Vorhaben nicht so schwierig wäre.

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