Keine Panik!

Eines steht fest: Sobald ein Terroranschlag fehlschlägt oder gar im Vorfeld aufgedeckt wird, kann man sich erst einmal wieder entspannt zurücklehnen. Das sind niemals Ablenkungsmanöver und falsche Fährten.

Um Zweifel an dieser Faustregel auszuräumen, sollten die Bürgermeister betroffener Städte auf der jeweils sofort einzuberufenden Pressekonferenz stets betonen, dass zwar derzeit noch nach den Attentätern gefahndet würde und deren Motive unbekannt sind, aber dass dies durchaus kein Grund zur Panik sein sollte: ruhig bleiben und weitermachen.

Solche Ansprachen müssen jedoch stets mit der Bitte an die Einwohner und Touristen ausklingen, Verdächtiges den Behörden zu melden. Nur für den Fall, dass doch einmal eine Ausnahme die Regel bestätigt.

Oder anders formuliert: Die Großstädter dürfen weiter shoppen, arbeiten, öffentliche Nahverkehrsmittel nutzen und überhaupt weiterhin potentielle Terroropfer ohne realistische Überlebenschance sein. Sie sind also weiterhin typische Großstädter. Nur, dass sie wieder einmal daran erinnert wurden, wie plötzlich ihr Leben vorbei sein kann, falls sie sich zur falschen Zeit am falschen Ort aufhalten.

Alles in allem ist solch eine Pressekonferenz stets ein Memento mori ohne echten Erkenntnisgewinn, und eigentlich ziemlich deprimierend. Schließlich kann es sein, dass der letzte gedachte Gedanke ein Preisvergleich ist.

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